Reisen
Schreibe einen Kommentar

4 Tage Rom

Vier Tage Rom, was kann man sich in dieser Zeit nicht alles anschauen: das Kolosseum, das Forum Romanum, den Vatikan mit der Sixtinischen Kapelle, das Pantheon und und und. Am Ende der Zeit hat man einiges vielleicht sogar viel gesehen, aber bestimmt nicht alles und deshalb muss man wieder kommen.

Für unseren Rombesuch haben wir das lange Wochenende Anfang Oktober genutzt und sind mit dem letzten Flieger am Donnerstagabend nach Rom geflogen. Durch einen verspäteten Abflug waren wir dann erst gegen Mitternacht da und wurden von unserem Gastgeber abgeholt. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft „Bed & Breakfast Bio“  gab es eine Menge Informationen über Rom, die während unseres Aufenthalts immer wieder erweitert wurden.

Erster Tag: Wohin die Füße tragen

Nach einer geruhsamen Nacht und einem guten italienischen Frühstück, alles Bio, wurden wir auf Grund eines Busfahrerstreiks, von unserem Gastgeber an der Porta del Popolo abgesetzt. Sie ist das nördlichste Tor der Aurelianischen Mauer und damit ein idealer Startpunkt für unsere Romtour. Innerhalb der Mauer findet man all das, was das alte Rom ausmacht. Tritt man durch die Porta del Popolo sieht man als erstes einen Obelisken. Schon erstaunlich wie viele dieser ägyptischen Symbole man in Rom finden kann, und alle mit einem Kreuz auf der Spitze. Hier trafen wir auch auf die überall zu findenden fliegende Händler, die durchaus lästig werden können. Sie zu ignorieren hilft.

Balkon auf der Via del Babuino

Wir liefen kreuz und quer durch die Gassen, bestaunten was wir sahen und standen auf einmal vor der Spanischen Treppe (Scalinata di Trinità dei Monti). Zu erkennen war sie kaum, da so viele Menschen hier waren und alle, wir natürlich auch, einmal dort sitzen wollten. Macht man es sich hier zu gemütlich, packt eventuell sogar noch etwas zu essen oder trinken aus, schrillt die Trillerpfeife. Sie sind fest mit den Ordnern verbunden, die dafür sorgen, dass Alle etwas von der Treppe haben. Ruhig wurde es nicht.

Spanische Treppe

Die Treppe erklimmt man bis nach ganz oben um einen schönen Blick über Rom zu bekommen. Wer mag kann sich auch gleich die Kirche Santissima Trinità dei Monti anschauen, da sie wie fast alle Kirchen geöffnet ist.

Alte Bilderrahmen warten auf neue Bilder

Weiter trugen uns unsere Füße durch Rom, wobei wir einfach die Atmosphäre auf uns wirken ließen. Zu sehen gibt es genug, bis wir schließlich am Trevi Brunnen (Fontana di Trevi) ankamen. Dass es sich um den populärsten Brunnen Roms handelt, war nicht zu übersehen. Überall Menschen, so war es mir nicht möglich ordentliche Fotos zu machen. All die Reiseführer haben Recht, wenn sie schreiben, man soll ganz früh morgens kommen. So etwas schaffe ich nicht, da ich im Urlaub erstens ausschlafen und zweites mein Frühstück genießen möchte.

Eine der vielen Lampen

Innerhalb Roms findet man immer wieder Militärfahrzeuge mit ihren Besatzungen zum Schutz vor Anschlägen. Störend fand ich dies nicht. Eher die Soldaten mich, da der Defender ein Standardfahrzeug des italienischen Militärs ist, und ich unbedingt einen näheren Blick darauf werfen wollte. Gerade die jungen Soldaten machte mein Ansinnen nervös.

Sie haben den besten Blick auf das Augustusforum

Zur Abendsonne waren wir am Trajansforum (Foro Traiano) und Umgebung, so dass es sich anbot stimmungsvolle Fotos zu machen. Das Forum grenzt direkt an das Forum Romanum und Eintrittsgeld wird nicht erhoben.

Abendlicht

Mond mit Obeliskenspitze

Zweiter Tag: Kolosseum und Forum Romanum

Heute gab es keine Streiks mehr, weshalb wir den öffentlichen Nahverkehr nutzten. Meiner Meinung nach funktioniert er ganz gut, auch nachts. Fährt man öfters mit dem Bus sind Ohropax sehr nützlich und Gespräche mit den Sitznachbarn nicht einfach, da es rattert und scheppert, je weiter man sich vom inneren Ring entfernt. Für die letzten drei Tage haben wir uns für den „Roma Pass” entschieden. Mit ihm kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und die ersten zwei Sehenswürdigkeiten (der Vatikan gehört nicht dazu) sind inbegriffen. Er kann online bestellt werden, muss aber an einem der Infopoints abgeholt werden. Oder ihr kauft ihn direkt vor Ort, so wie wir.

Kolosseum

Ein Vorteil des Roma Passes sind auch die extra Eingänge, so dass man den langen Schlangen die lange Nase zeigen kann. Beim Kolosseum hat uns das mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeitersparnis gebracht, die wir für die Besichtigung nutzen konnten. Für Leute die sich nur ein wenig für Geschichte und alte Steine interessieren lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Kolosseum

Verlässt man das Kolosseum und geht zum Forum Romanum, kommt man direkt am Konstantinsbogen (Arco di Costantino), dem berühmten Triumphbogen, vorbei. Er ist komplett umzäunt, so dass schöne Komplettaufnahmen nicht möglich sind. Der Titusbogen (Arco di Tito) am Eingang zum Forum Romanum ist zwar kleiner, gefällt mir aber deutlich besser. Vielleicht liegt es auch daran, dass es sich um den ältesten noch erhaltenen Bogen in Rom handelt.

Titusbogen

Geht man jetzt nicht geradeaus, sondern hält sich nach links, besteigt man den ersten der sieben besiedelten Hügel Roms, den Palatin. Hier befinden sich einige Gärten und es gibt einen wunderschönen Überblick über das Forum Romanum. Weiter südlich, mit weniger Touristen, befinden sich noch Reste des Palastes von Kaiser Augustus. Ich finde die Größe der Bauwerke für die damaligen Verhältnisse einfach nur erstaunlich. An der südlichen Grenze hat man einen Blick auf den Circus Maximus (Circo Massimo). Hätte nicht zufällig ein deutscher Reiseführer neben mir gestanden, ich hätte ihn nicht erkannt, da es sich nur noch um eine riesige Rasenfläche handelt.

Westlicher Teil des Forum Romanum

Nach der Erholung von den vielen Menschen ging es nun zurück ins Forum Romanum. Selbst heute bin ich immer noch davon fasziniert, wie viele antike Bauten auf so einem kleinen Stück Fläche stehen. Um sich dies alles anzuschauen benötigt man viel Zeit. Meiner besseren Hälfte war es zu viel.

Tempel des Romulus

Nach einem leckeren Abendessen ging es im Dunkeln durch die römischen Gassen. Dabei sollte man den Blick immer wieder in die beleuchteten Fenster erheben um die versteckten Schätze in den Wohnungen und Palästen zu entdecken. Ebenfalls sehr schön und beliebt sind die vielen beleuchteten Springbrunnen.

Sonnenuntergang in Rom

Auf unserem Weg kamen wir zufällig am Museo dell’Ara Pacis vorbei. Hierbei handelt es sich um einen Altar der durch einen modernen Museumsbau geschützt wird. Dieser besteht hauptsächlich aus Glas, so dass von außen sehr viel zu sehen ist. Den hohen Eintrittspreis kann man sich sparen. Gerade nachts mit der Beleuchtung, wirklich sehenswert.

Dritter Tag: Museum, Park und Pantheon

Nach zwei Tagen mit alten Steinen, begannen wir unseren heutigen Tag mit einem Besuch des Museo Leonardo da Vinci direkt an der Piazza del Popolo. Es befasst sich mit dem Erfinder und Wissenschaftler Leonardo da Vinci. Originale sind leider keine vorhanden, dafür aber funktionsfähige Modelle, die jeder ausprobieren darf. Für mich als Techniker ein interessantes Museum in dem ich noch so einiges gelernt habe.

Kirche von aussen

Wer einen schönen Blick über Rom haben möchte, nimmt den Fußweg von der Piazza del Popolo auf den Monte Pincio. Wobei Monte wirklich übertrieben ist, in Deutsch würde man Hügel sagen. Ist man oben und der Platz ist voll, einfach noch ein Stück weiter südlich gehen, dort sind weniger Leute und die Aussicht ist auch nicht schlechter. Zum Entspannen und Bummeln bietet sich der Park Pincio an. Vielleicht findet man auch die Wasseruhr, die leider nicht mehr so schön aussieht. Reicht der Pincio nicht, schließt sich der Park Villa Borghese im Osten nahtlos an.

Blick auf Rom

Wir jedoch genossen noch einen Espresso, um dann grob in Richtung Süden zu laufen. Planlos aber mit dem groben Ziel Pantheon ging es durch die Gassen. Immer wieder gibt es was zu sehen und zu entdecken, bis wir vor einem größeren aber nicht sonderlich hübschen Gebäude standen, dem Pantheon.

Wasseruhr

Die Schlange mit all den Leuten die ins Innere wollten (Eintritt ist frei) war lang und entsprach überhaupt nicht meiner Laune. Besserte sich aber, da es zügig voran ging. Das Innere des Pantheons hätte mich auch für eine noch längere Schlange entschädigt. Allein diese riesige Kuppel von fast 44 Meter. Wie sie wohl vor über 1900 Jahren errichtet wurde?

Pantheon

Zum Abendessen fanden wir eine nette Pizzeria „Voglia di Pizza“, die natürlich auch andere Gerichte anbietet. Das besondere an ihr ist aber die Speisekarte mit Gluten freien Speisen. Sie hat genauso viele Gerichte wie die normale Speisekarte. Zöliakie Patienten sollten hier unbedingt vorbei schauen, es gibt auch entsprechendes Bier.

Lecker Schinken

Am Ende des Tages hatten wir wieder unsere 15 km Fußweg absolviert, genauso wie die Tage zuvor.

Ein weiterer Sonnenuntergang in Rom

Vierter Tag: Vatikan und Engelsburg

Wer in Rom ist, sollte sich die Sixtinische Kapelle mit den Deckenfresken Michelangelos anschauen. Also war der heutige Tag für den Vatikan und seine Umgebung reserviert.

Römische Häuser in der Nähe des Vatikans

Was uns als Erstes auffiel, war wieder einmal die lange Schlange vor dem Eingang. Der Roma Pass gilt ja nicht für den Vatikan und Karten für heute hatten wir auch nicht vorbestellt. Da bleibt nichts anderes übrig als sich an zu stellen und hoffen, dass man in anderthalb bis zwei Stunden, so waren die offiziellen Schätzungen, drin ist. Oder man lässt sich von Leuten ansprechen, die einem eine Vatikantour mit anschließendem Petersdombesuch verkaufen wollen. Natürlich sind diese Karten etwa doppelt so teuer wie die normalen Tickets, aber dafür spart man sich das Schlange stehen, bekommt eine deutsche Reiseführerin, und muss sich nicht in die Schlange vor dem Petersdom stellen, sondern kann direkt herein gehen. Nach einigen Verhandlungen stimmte der Preis und wir mussten nur noch eine halbe Stunde bis zur nächsten Führung warten. Die Wartezeit haben wir uns mit einem leckeren, gar nicht so teuren Eis versüßt.

Blick aus dem Vatikan auf Rom

Die Tour, randvoll mit Informationen dauerte ca. zwei Stunden. Leider blieb keine Zeit sich einzelne Sachen genauer anzuschauen. Überall ist fotografieren erlaubt nur nicht in der Sixtinischen Kapelle. Sie war für mich eine Enttäuschung, dies mag aber auch daran gelegen haben, dass man sich keine Zeit nehmen konnte und zu viele Menschen dort waren. Mein Höhepunkt war der Kartenraum. Hier sind die Wände eines Raumes nur mit Karten, der damals bekannten Welt bemalt. Sollten wir den Vatikan noch einmal besuchen, dann aber bestimmt nicht mehr in dieser Form.

Wandkarte

Wenigsten kamen wir in den Petersdom (Basilica di San Pietro) ohne warten zu müssen und konnten unser Tempo selbst bestimmen. Danach ging es über den Petersplatz (Piazza San Pietro) Richtung Engelsburg (Castel Sant’Angelo).

Blick auf den Tiber

Ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian errichtet, wurde es von den Päpsten zur Fluchtburg um- und ausgebaut. Und das ist sie bis heute, eine alte verwinkelte Burg. Man hat schöne Ausblicke auf Rom und den Vatikan aber auch Einblicke ins Innere mit den verschiedenen Fresken und Gewölben.

Blick von der Engelsburg auf das Oberste Gericht

Verlassen haben wir die Engelsburg über die Engelsbrücke und genossen unseren Abschied mit einem wunderbaren Essen und einem guten Wein.

Fazit

Es waren schöne aber auch anstrengende Tage. Aber wie am Anfang schon geschrieben, 4 Tage reichen nicht, wir kommen auf jeden Fall wieder. Als Reisezeit ist der Oktober sehr gut, da es nicht mehr so heiß ist, aber das wissen leider auch all die anderen Besucher.

Wart ihr auch schon einmal in Rom und meint, dass man bestimmte Sachen unbedingt gesehen haben sollte?

Oder wollt ihr zum ersten Mal nach Rom und habt euch Orte ausgesucht, die ihr besichtigen wollt?

Dann oder auch einfach so, hinterlasst doch einen Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.