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Frankreichreise von Kaysersberg nach Hauterives

Dieses Jahr ging unser dreiwöchiger Urlaub nach Frankreich. Der grobe Plan war es in den Elsass zu fahren, dann in Richtung Süden bis in die Camargue und weiter die Küste ostwärts. Den Landy haben wir als Reise- und Schlafmobil genutzt. Hier der erste Teil des Reiseberichts.

Da es eng und ungemütlich ist, wenn zwei Erwachsene und zwei Hunde im Landy schlafen, haben wir uns für die Reisevariante Dachzelt entschieden. Das bedeutet, dass die Hunde unten im Auto und die Menschen oben im Dachzelt schlafen.

Los ging es am Samstagmittag nachdem alles eingeladen war. Mit dem Landy fahr ich sowieso nicht schnell, aber mit Dachzelt ging es noch einen Ticken langsamer die A5 runter. In Riegel am Kaiserstuhl verließen wir die Autobahn und wollten ab jetzt nur noch Landstraße fahren, um mehr von der Landschaft zu sehen und immer anhalten zu können wenn wir Lust haben. Eine Pause war nach ca. 3 Stunden auch fällig, damit die Hunde sich bewegen und ihre Geschäfte erledigen konnten. Dann noch kurz in Deutschland tanken, da es ja in Frankreich teurer ist, und ab über die Grenze.

Nach einer Stunde erreichten wir dann unseren ersten Campingplatz „Camping Lefébure“ in Orbey. Es handelt sich um einen kleinen sauberen Platz, von dem man einen schönen Blick aufs Tal hat. Wie in Frankreich üblich kann man einfach nur Zelten, seinen Wohnwagen abstellen oder eine feste Hütte mieten. Mit unserem Dachzelt waren wir auf unserer ganzen Tour immer wieder die Exoten, die die Blicke auf sich zogen.

Frisches Baguette, Croissant, Marmelade, Kaffee und viel Zeit zum gemütlichen frühstücken, so beginnt für uns ein guter Tag in Frankreich. Und genauso begannen dann auch unsere Urlaubstage. So zwischen elf und zwölf ging es dann weiter Richtung Süden.

Kaysersberg

Vorher aber noch in die Geburtsstadt Albert Schweizer nach Kaysersberg. Aufgrund seiner Lage und seiner schönen Altstadt ist Kaysersberg ein beliebter Ausflugsort, ins besonders am Sonntag. Dies machte die Parkplatzsuche für den Landy natürlich aufwendiger.

Unsere erste Station war das Rathaus, ein gut erhaltener Renaissancebau in dem auch das Tourismusbüro untergebracht ist. Schnell einen Stadtplan geholt und dann kreuz und quer durch die Altstadt mit seinen kleinen Gassen gebummelt. Neben den vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, waren auch die vielen kleineren Geschäfte, die heute geöffnet waren, sehenswert.

Eine Gasse

Über der Stadt thronte die im Mittelalter entstandene Stauferburg. Heute ist sie nur noch eine Ruine, die wir durch die Weinberge erreichten. Erhalten sind noch der Bergfried, also der unbewohnte Hauptturm der Burg, und ein paar Mauern. Wer will kann oben auf die Turmspitze gelangen. Uns reichte der Ausblick.

Auf der Parkplatzsuche hatten wir einen Markt gesehen, der sich als zweitägiger Töpfermarkt entpuppte. Da wir erst am Anfang unserer Reise waren, verzichteten wir schweren Herzens auf einen Einkauf. Die Veranstalter hatten auch an das leibliche Wohl gedacht, so dass wir hier unser Mittagessen einnahmen. Leider verging die Zeit viel zu schnell um alles anschauen zu können und der nächste Campingplatz war noch 300 km entfernt.

Lac de Vouglans

„Camping surchauffant“ ist mit seinen mehr als 120 Stellplätzen und den zusätzlichen Hütten schon ein größerer Campingplatz, liegt dafür aber direkt am Lac de Vouglans. Außerdem war er Anfang September noch geöffnet, was in Frankreich ja nicht selbstverständlich ist, befindet man sich nicht in einer Touristenhochburg. Da nicht viel los war konnten wir uns einen Stellplatz direkt am Zugang zum See aussuchen. Das ist insoweit praktisch, weil man mit den Hunden nicht über den ganzen Platz laufen muss, nur weil sie mal müssen.

Der Tag begann mit Regen. Zum Frühstück mussten wir unser Dachzelt nicht verlassen. Auch auf dem Dach kann Kaffee gekocht werden. Nur muss ich auf dem Gepäckträger noch ein Blech anbringen, da die Träger zwar breit sind aber die Gefahr besteht, dass der Kocher oder die Tassen schnell umfallen können. Nach dem wir mit dem Frühstück fertig waren, hörte es auch auf zu regnen, so dass wir das Zelt zusammen bauen konnten. Dann folgte noch ein kleiner Spaziergang mit Jessy und Socke bis die nächsten Tropfen fielen.

Als wir vom Platz fuhren, wollten wir den Schlüssel für die Schranke abgeben. Ich wiederhole: wollten. Aber es war mittlerweile kurz nach zwölf und in der Nebensaison ist die Rezeption von zwölf bis halb drei geschlossen. Ein paar nette Putzfrauen versuchten zwar ihr bestes aber unsere Kaution von 20 Euro gab es leider nicht zurück. Später bekam ich einen Brief indem uns angeboten wurde das Geld zu schicken. Nur wäre die Prozedur so kompliziert gewesen, dass ich die 20 Euro als Lehrgeld abgeschrieben habe. Wir waren danach auch immer pünktlich!

Da es ja wieder regnete, entschlossen wir uns zu einer Rundfahrt um den zweit größten französischen Stausee (605 Millionen Kubikmeter, 30 km lang, bis zu 100m tief). Es gibt einige schöne Aussichtspunkte aber leider auch viel Regen. Wenigsten die Staumauer, am südlichen Ende vom See, konnten wir uns trocken anschauen. Hier befinden sich die Turbinen zur Stromerzeugung.

Nun ging es im Sonnenschein 200 km weiter in Richtung Süd-West nach Hauterives (ca. eine Stunde von Lyon entfernt). Auf dieser Fahrt begann dann die neue Faszination meiner Frau für Gesteinsformationen, was einige Stopps zur Folge hatte.

Palais idéal in Hauterives

Der Campingplatz „Camping Le Château” mit 120 Stellplätzen, befindet sich direkt in Hauterives einem Ort mit 1700 Einwohnern. Auch hier konnten wir uns wieder einen Stellplatz mit viel Freiraum aussuchen. Da es morgens kein Brot an der Rezeption gibt, nutzten wir den Abendspaziergang für einen kleinen Streifzug durch den Ort um uns die beiden Bäckereien an zu schauen. Gegessen wurde im Campingplatz eigenem Restaurant.

Geweckt wurden wir durch herrlichen Sonnenschein der uns bis zum Ende des Urlaubs begleitete, nur durch einen Tag mit schlechtem Wetter unterbrochen. Nach dem obligatorischen gemütlichen Frühstück bauten wir das Zelt wieder zusammen und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Palais idéal. Da aber heute Markt in Hauterives war und ich französische Märkte liebe, gab es einen kleinen Umweg, der sich für meine Frau lohnte, da sie noch zwei Gürtel kaufen konnte.

Schließlich erreichten wir den Palais idéal, wobei wir den Eingang übersehen hatten. Wir dachten, dass der Palais direkt zu sehen ist, was aber nicht so stimmt, da er vollständig mit Häusern und Mauern umgeben ist.

Nachdem der Eintritt (6,50 € pro Erwachsener, 0,00 € pro Hund) bezahlt war, schauten wir uns erst einmal die Ausstellung über die Entstehung des Palais an. Die Texte waren nur in Französisch, dafür gibt es aber eine Broschüre in deutscher Sprache.

Dann ging es zum Palais idéal der von dem Postboten Ferdinand Cheval „Facteur Cheval“ erbaut (1879–1912) wurde. Anfangs wurde der Bau als Skurilität angesehen, was ich sehr gut verstehen kann, aber 1969 unter Denkmalschutz gestellt. Längst ist der Palais ein Touristenmagnet.

Da Cheval so viele Ideen hatte und diese auch umsetzte, kann man mit dem Fotografieren nicht aufhören und die Zeit verging wie im Fluge. Durch die Mittagssonne sind die Aufnahmen natürlich sehr hart, aber mir gefällt es.

 

Auch in Frankreich darf man sich nicht so einfach eine Grabstätte ohne Genehmigung bauen und diese fehlte Cheval. Deshalb gingen wir dann noch zum Friedhof von Hauterives um uns dort sein Grab an zu schauen, welches er sich dort errichtet hatte.

Nachdem wir den Landy vom Campingplatz geholt hatten ging es weiter zum 80 km entfernten Lac de Devesset.

Hier endet der erste Teil des Reiseberichts. Wer wissen will wie es weiter ging, und warum ich glücklich bin das mein Landy noch existiert, sollte sich den nächsten Teil nicht entgehen lassen.

Wart ihr auch schon einmal in der Gegend oder habt sonst irgendwelche Kommentare? Dann schreibt was das Zeug hält, ich freu mich darauf.

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